Verwenden von SAS-Anwendungsroutinen in SAS Enterprise Guide

Zugreifen auf Anwendungsroutinen

SAS Enterprise Guide enthält SAS-Anwendungsroutinen, die Sie basierend auf Ihren Daten ausführen können. Zu den verfügbaren Anwendungsroutinen zählen alle Anwendungsroutinen, die mit SAS Enterprise Guide ausgeliefert werden, darüber hinaus aber auch benutzerdefinierte Anwendungsroutinen sowie Anwendungsroutinen aus dem Lieferumfang von SAS Studio. (Weitere Informationen finden Sie unter der Option SAS Studio-Tasks anzeigen in Festlegen von Optionen für Anwendungsroutinen. ) Alle von Ihnen erstellten Anwendungsroutinenvorlagen werden ebenfalls im Anwendungsroutinefenster angezeigt.

Um den Fensterabschnitt Anwendungsroutinen zu aktivieren, wählen Sie AnzeigendannAnwendungsroutinen. Klicken Sie zum Öffnen des Fensterabschnitts Anwendungsroutinen auf Anwendungsroutinen

Hinweis: Wenn beim Ausführen einer Anwendungsroutine markierte Daten im UPDATE-Modus geöffnet sind, werden Sie dazu aufgefordert, diese Daten mit einem Schreibschutz zu versehen, bevor Sie die Anwendungsroutine ausführen.

Wenn Sie mehr über eine Anwendungsroutine erfahren möchten, positionieren Sie den Mauszeiger auf den Namen der Anwendungsroutine. Im Flyout-Fenster können Sie die folgenden Informationen sehen:

  • eine Kurzbeschreibung der Anwendungsroutine
  • die Kategorie der Anwendungsroutine
  • Informationen darüber, ob es sich um eine standardmäßig integrierte Anwendungsroutine (eine zum Standard-Lieferumfang von SAS Enterprise Guide gehörende Anwendungsroutine), eine benutzerdefinierte Anwendungsroutine oder eine SAS Studio-Anwendungsroutine (Task) handelt
  • die in der Anwendungsroutine verwendeten SAS-Prozeduren

Allgemeines über temporäre Bibliotheken

Beim Ausführen der diversen Anwendungsroutinen erstellt SAS Enterprise Guide temporäre Bibliotheken. Sie können diese Bibliotheken durch das Präfix "EC" identifizieren (z.B. wie in EC1nnnnn, ECLIB0000, ECSQL000).

Mitunter sehen Sie diese Bibliotheken und ihren Inhalt, wenn Sie auf einem Server nach Dateien suchen. Im Allgemeinen sollten diese Bibliotheken nur für den Software-Gebrauch reserviert sein. Da sie temporär sind, sollten Sie keine Aktionen mit den Dateien in diesen Bibliotheken vornehmen (oder solche Dateien auswählen).

Ändern des Zielorts für Ausgabedaten

Standardmäßig werden Ausgabedateien, die mit Anwendungsroutinen in SAS Enterprise Guide erstellt werden, etwa die Anwendungsroutine Daten standardisieren, in der Bibliothek WORK auf dem SAS Server gespeichert.

Hinweis: Die meisten Anwendungsroutinen enthalten eine Option zum Speichern der Ausgabedaten. Um eine andere Bibliothek für Ihre Ausgabedaten anzugeben, verwenden Sie das Fenster Speichern unter, das Sie aus der jeweiligen Anwendungsroutine aufrufen können. Weitere Informationen finden Sie in der Hilfe zu der jeweiligen Anwendungsroutine.

Das Ändern des Zielorts für Ihre Ausgabedaten kann aus verschiedenen Gründen ratsam sein:

  • Die Daten sollen an einem anderen Speicherort abgelegt werden, als den, der durch WORK definiert wurde, z. B. in einer zentralen Bibliothek, auf die mehrere Benutzer zugreifen können.
  • Die WORK-Bibliothek ist als temporäre Bibliothek konfiguriert. Daher müssen Sie den Daten einen anderen Speicherort zuweisen, wenn Sie diese permanent speichern möchten.

SAS Enterprise Guide kann eine spezielle Bibliothek verwenden, die Bibliothek EGTASK, um Ausgabedaten zu speichern. Beim Ausführen einer Anwendungsroutine stellt SAS Enterprise Guide fest, ob diese Bibliothek vorhanden ist. Existiert diese Bibliothek, speichert SAS Enterprise Guide die Ausgabedaten an diesem Zielort, nicht unter der Bibliothek WORK.

Hinweis: Sie können die Liste der Bibliotheken ändern, die SAS Enterprise Guide durchsucht. Verwenden Sie dazu die Optionen für die Ausgabebibliothek.

Um sicherzustellen, dass die Bibliothek EGTASK beim Ausführen Ihrer Anwendungsroutinen verfügbar ist, können Sie einen Autoexec-Prozess verwenden, um die Bibliothek EGTASK zu definieren und diese dem Server zuweisen, auf dem die Anwendungsroutine ausgeführt wird. Nachdem Sie diese Definition erstellt haben, wird die Bibliothek EGTASK automatisch beim Verbindungsaufbau zu Ihrem SAS Server definiert.

Anzeigen der Ergebnisse einer Anwendungsroutine

Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Anwendungsroutineelement im Fensterabschnitt Projekt oder im Prozessfluss und wählen Sie Öffnen. Die Ergebnisse des vorherigen Durchlaufs der Anwendungsroutine wird im SAS Enterprise Guide-Fenster angezeigt.

Hinweis: Sie können die Ergebnisse auch öffnen, indem Sie auf den Anwendungsroutinenknoten im Prozessfluss doppelklicken.

Verwenden von Eingabeaufforderung in einer Anwendungsroutine

Im Fenster einer SAS-Anwendungsroutine werden von Ihnen erstellte Variableneingabeaufforderungen in der Liste Zuzuweisende Variablen angezeigt. Wenn die Anwendungsroutine ein Assistent ist, ist die Variableneingabeaufforderung im Schritt Variablen zu Rolle zuweisen verfügbar. Sie können diese Variableneingabeaufforderungen jeder Rolle in der Anwendungsroutine zuweisen. Wenn die Anwendungsroutine ausgeführt wird, muss der Benutzer eine Variable aus der Eingabedatenquelle auswählen, damit sie in der Analyse verwendet werden kann.

Beispiel: Angenommen Sie müssen Balken-Linien-Diagramme erstellen, die die prognostizierten und tatsächlichen Jahresumsätze nach Land, Region oder Produkttyp ausweisen. Für eine Anwendungsroutine können Sie eine Eingabeaufforderung erstellen, indem Sie den Eingabeaufforderungsmanager verwenden.

Hinweis: Wenn Sie eine Eingabeaufforderung mehr als einer Rolle zuweisen, werden Sie nur einmal zur Eingabe aufgefordert. Wenn Sie für jede Rolle, die Sie einer Eingabeaufforderung zugewiesen haben, zur Eingabe aufgefordert werden möchten, müssen Sie für jede Rolle separate Parameter erstellen.
  1. Zunächst erstellen Sie eine Eingabeaufforderung für eine alphanumerische Variable namens Kategorien. Dazu verwenden Sie den Eingabeaufforderungs-Manager. Sie können die Werte für diese Eingabeaufforderung aus Ihrer Eingabedatenquelle beziehen. Wenn die Eingabeaufforderung dann ausgeführt wird, kann der Benutzer nur unter den Variablen in den Eingabedatenquelle auswählen.
  2. Danach öffnen Sie die Balken-Liniendiagramm-Anwendungsroutine. In der Anwendungsroutine weisen Sie die Eingabeaufforderung Kategorien der Rolle Diagramme gruppieren nach zu.
  3. Wenn die Anwendungsroutine ausgeführt wird, wählt der Benutzer, ob die Diagramme nach Land, Region oder Produkttyp gruppiert werden.

Modifizieren einer Anwendungsroutine

  1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Anwendungsroutineelement im Fensterabschnitt Projekt oder im Prozessfluss und wählen Sie Ändern.
  2. Bearbeiten Sie die Optionen in der Anwendungsroutine.
  3. Klicken Sie auf Ausführen oder Speichern.

Hinzufügen von Benutzercode zu einer Anwendungsroutine

Mit der Option Codevorschau haben Sie die Möglichkeit, eigenen Code in den Code einzufügen, den SAS für die Anwendungsroutine generiert. Sie können SAS-Codeprozeduroptionen oder Anweisungen in den generierten Code einfügen und dabei alle Funktionen des SAS-Programm-Editors nutzen. Sie können automatisch generierten Code im Fenster Codevorschau für Anwendungsroutine weder bearbeiten noch löschen, sondern nur neuen Code einfügen.

So fügen Sie Ihren eigenen Code ein:

  1. Klicken Sie im Anwendungsroutinefenster auf Codevorschau.
  2. Aktivieren Sie im Fenster Codevorschau für Anwendungsroutine das Kontrollkästchen Einfügepunkte in benutzerdefiniertem Code anzeigen. Diese Zeilen werden an jeder Stelle, an der benutzerdefinierter Code eingefügt werden kann, zum Code der Anwendungsroutine hinzugefügt:
    /* Start des benutzerdefinierten Codes (Framework_BeforeTaskCode) */
    <Benutzerdefinierten Code hier einfügen>
    /* Ende des benutzerdefinierten Codes (Framework_BeforeTaskCode) */
    
    
  3. Klicken Sie auf die Position, an der der Code eingefügt werden soll, und geben Sie den Code ein.
  4. Schließen Sie das Fenster Codevorschau für Anwendungsroutine, um Ihre Änderungen zu speichern. Wenn Sie den gesamten von Ihnen eingegebenen benutzerdefinierten Code löschen möchten, klicken Sie auf Alles löschen.

Festlegen von Eigenschaften für die Anwendungsroutine

Eigenschaften der Anwendungsroutine anzeigen

Sie können Eigenschaften der Anwendungsroutinen ansehen und ändern. Standardmäßig verwenden Anwendungsroutinen Einstellungen aus dem Dialogfeld Optionen, aber Sie können diese Einstellungen für einzelne Anwendungsroutinen anpassen.

Zum Anzeigen der Eigenschaften einer Anwendungsroutine stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Element im Fensterabschnitt Projekt oder in einem Prozessfluss und wählen Sie Eigenschaften.
  • Klicken Sie im Bereich Eigenschaften des Anwendungsroutinefensters auf Bearbeiten.

Allgemeine Eigenschaften von Anwendungsroutinen

  • Etikett - Gibt den Namen der Anwendungsroutine an.
  • Dauer letzte Ausführung - Zeigt die Dauer der letzten Ausführung der Anwendungsroutine an. Diese Zeitspanne wird auf die nächste Sekunde auf- bzw. abgerundet und schließt die Zeit für den Verbindungsaufbau nicht ein.
  • Server - Gibt den Namen des Servers an, auf dem SAS Enterprise Guide die Anwendungsroutine ausführen wird. Sie können den Server für eine Anwendungsroutine nicht ändern. SAS Enterprise Guide führt die Anwendungsroutine auf dem Server aus, auf dem sich die Daten der Anwendungsroutine befinden.
  • Eingabedaten - Der/die Name(n) der Datei, auf der die Anwendungsroutine basiert. Sie können die Eingabedaten für eine Anwendungsroutine nicht ändern.
  • Datengrenzen
    • Beginnen in Zeile - Legt die Nummer der Zeile fest, die Sie als erste Eingabezeile für die Anwendungsroutine verwenden möchten.
    • Anzahl verwendete Zeilen begrenzen - Begrenzt die Anzahl der Eingabezeilen, die zum Generieren von Ergebnissen aus einer Anwendungsroutine verwendet werden können. Wenn ein Filter festgelegt wurde, wird die Grenze auf die gefilterten Daten angewendet. Geben Sie die maximale Anzahl der Zeilen ein, die Sie für die Anwendungsroutine verwenden möchten.
    Hinweis: Diese Optionen sind für die Anwendungsroutinen "Tabelle anhängen", "Format erstellen", "SAS Information Map importieren", "Daten importieren", "HP -Lineare Regression" und "HP - Logistische Regression" nicht verfügbar.

Ergebniseigenschaften einer Anwendungsroutine

  • Einstellungen von "Extras"->"Optionen" verwenden - Legt fest, dass die Ergebnisse für die Anwendungsroutine die Einstellungen verwenden sollen, die im Bereich Ergebnisse des Optionen-Dialogfelds festgelegt sind. Standardmäßig wird das SAS Report-Format mit dem HTMLBlue-Stil verwendet. Die restlichen Ergebnisoptionen bleiben deaktiviert, wenn Sie diese Option wählen.
  • Ergebnisformate, Stile und Verhalten anpassen - Legt fest, dass Sie die die Ergebnisse für diese Anwendungsroutine anpassen möchten. Sie können aus folgenden Ergebnisformaten und -stilen auswählen:
    • SAS Report - Erzeugt Ergebnisse im SAS Report-Format. Sie können auch einen Stil aus der Dropdown-Liste auswählen. Der Stil wird auf die SAS Report-Ergebnisse dieser Anwendungsroutine angewendet. SAS Report-Ergebnisse können verwendet werden, um einen Report zu erstellen.
    • HTML - Erzeugt Ergebnisse im HTML-Format. Hierbei handelt es sich um die Standardeinstellung. Sie können auch einen Stil aus der Dropdown-Liste auswählen. Der Stil wird auf die HTML-Ergebnisse für diese Anwendungsroutine angewendet.
    • PDF - Erzeugt Ergebnisse im PDF-Format. Sie können auch einen Stil aus der Dropdown-Liste auswählen. Der Stil wird auf die PDF-Ergebnisse für diese Anwendungsroutine angewendet.
    • RTF - Erzeugt Ergebnisse im RTF-Format. Sie können auch einen Stil aus der Dropdown-Liste auswählen. Der Stil wird auf die RTF-Ergebnisse für diese Anwendungsroutine angewendet.
    • Text - Erzeugt Ergebnisse im Textformat.
    • Excel - Erzeugt Ergebnisse im Microsoft Excel-Format. Dieses Format kann von jedem SAS Server ab dem dritten Maintenance Release für SAS 9.4 oder höher erstellt werden.
    • PowerPoint - Erzeugt Ergebnisse im Microsoft PowerPoint-Format. Dieses Format kann von jedem SAS Server ab dem dritten Maintenance Release für SAS 9.4 oder höher erstellt werden.
    Hinweis: Weitere Informationen zum Erstellen und Bearbeiten von Stilen finden Sie unter Allgemeines über den Stil-Manager.
  • Grafik-Bildformat - legt das Bildformat für Grafiken in den Ergebnissen für diese Anwendungsroutine fest. Um das Format zu ändern, wählen Sie ein anderes Format in der Dropdown-Liste aus. Weitere Informationen über die verschiedenen Bildformate finden Sie unter Auswählen von Grafikausgabeformaten.

Eigenschaften für die Codeübertragung für Anwendungsroutinen

  • Einstellungen von "Extras"->"Optionen" verwenden - Legt fest, dass für die Anwendungsroutine die die Codeübertragungseinstellungen verwendet werden sollen, die im Dialogfeld Eigenschaften im Bereich Optionen zur Codeübertragung festgelegt sind. Weitere Informationen, siehe Anzeigen von Projekteigenschaften.
  • Optionen zur Codeübertragung - Legt fest, dass die Codeübertragungsoptionen für die Anwendungsroutine angepasst werden. Folgende Optionen können ausgewählt werden:
    • Grid verwenden, wenn verfügbar - Ermöglicht, dass SAS Enterprise Guide Anwendungsroutinen in einer SAS Grid-Computing-Umgebung ausführen kann. Eine Übersicht über die Verwendung von SAS Grids in SAS Enterprise Guide finden Sie unter Arbeiten mit SAS Grids im SAS Enterprise Guide.
    • Parallele Ausführung auf demselben Server zulassen - Erlaubt es in SAS Enterprise Guide eine oder mehrere Verbindungen zu Workspace Servern herzustellen, so dass Prozessflüsse parallel auf demselben Server ausgeführt werden können. Weitere Informationen, siehe Parallele Ausführung von SAS Enterprise Guide-Jobs im SAS Grid.
    Hinweis: Da mehr als eine Workspace Server-Verbindung existieren kann, stehen Änderungen, die Sie in einer Workspace-Sitzung vornehmen (z.B. Bibliothekszuweisungen oder Änderungen an Makrovariablen oder Optionen), nicht für Anwendungsroutinen zur Verfügung, die in anderen parallelen Workspace-Sitzungen ausgeführt werden.
  • Durchzuführende Aktion bei Fehlern während der Programmausführung - Legt fest, wie mit Fehlern bei der Ausführung des Programms umgegangen werden soll.
    • Alle Elemente stoppen - Stoppt die Ausführung aller nachfolgenden Elemente im Projekt oder Prozessfluss.
    • Aktuelle Verzweigung stoppen - Stoppt die Ausführung aller nachfolgenden Elemente in der aktuellen Verzweigung des Prozessflusses. Hierbei handelt es sich um die Standardeinstellung.
    • Ausführung fortsetzen - Führt alle nachfolgenden Elemente im Prozessfluss weiter aus.

Eigenschaften einer Eingabeaufforderung

Verwendete Projekteingabeaufforderungen - Zeigt den SAS-Namen, Anzeigenamen und Datentyp jeder Eingabeaufforderung an, die Sie der Anwendungsroutine zugeordnet haben. Mit dem Eingabeaufforderungsmanager können Sie Eingabeaufforderungen der Anwendungsroutine hinzufügen und daraus entfernen bzw. Eingabeaufforderungen erstellen. Weitere Informationen, siehe Verwenden von Eingabeaufforderung in einer Anwendungsroutine.

Wenn Sie vorhandene Projekteingabeaufforderungen mit der Anwendungsroutine verknüpfen möchten, klicken Sie auf Hinzufügen und wählen die Eingabeaufforderung aus, die Sie hinzufügen möchten.

Zuletzt aktualisiert: 22. April 2024